Die sockenfressende Waschmaschine.

Wir haben es fast alle schon einmal erlebt: Beim Ausräumen der Waschmaschine fehlt bei mindestens einem Sockenpaar ein Exemplar. Das ist ärgerlich, wie auch sehr mysteriös. Dabei gibt es keine, mir bekannte, statistische Erhebung, ob mehr rechte oder mehr linke Strümpfe abhanden gekommen sind. Am Ende ist dies aber auch egal.

Manche Familien haben im Laufe der Zeit halbe Wäschekörbe voller einzelner, verwaister Strümpfe. Andere werfen die einsamen Socken nach einer Weile weg oder nutzen sie zum Putzen. Wieder andere basteln Handpuppen aus den Socken oder nutzen sie als Handytasche.

Doch bleibt die Kernfrage: Wo ist die Socke hin? Hat sie die Waschmaschine “gefressen”? Klauen winzige Trolle einzelne Socken, um irgendwelche wundersamen Dinge damit anzustellen? Vielleicht hat sich das Sockenpaar gestritten und ein Strumpf hat die Gunst der Waschmaschine genutzt und sich von dannen gemacht. Möglich wäre auch, dass die Katze einen Strumpf aus dem Wäschebehälter gemopst und dann versteckt hat. Vielleicht waren es auch die eigenen Kinder oder das garstige Sockenmonster? Oder ist die Socke einfach zwischen den konstruktionsbedingten Spalt zwischen Trommel und Laugenbottich durchgerutscht?

Es gibt auch Verschwörungstheorien, die besagen, dass es sockenverschlingende Paralleluniversen gibt, bei denen sich ein sockengroßes Tor durch das Zusammenwirken von Gravitation und Zentrifugalkraft der Waschmaschine öffnet und die Socke auf Nimmerwiedersehen verschwindet. Es soll auch sockenfressende Waschmaschinen geben, die sich ihren individuellen Speiseplan bei jedem Waschgang zusammenstellen: einmal schwarze Herrensocken, dann wieder geringelte Mädchenstrümpfe oder auch mal weiße Sportsocken. Je nach Appetit.

Es passiert aber auch, dass sich die Socken wieder anfinden. Es wurden die fehlenden Partner in Brotdosen, im Zeitungsständer, in Bettritzen, im Sportbeutel, im Puppenkochgeschirr, unter dem Schrank, ja sogar in der Mikrowelle gefunden. Vielfach haben sich einzelne Socken auch einfach beim Waschgang in den Ärmeln von Pullovern oder in Kissen- oder Bettbezügen verfangen. Jedoch ist es dann meist zu spät für die Singlesocken: Ihre Partner haben längst das Zeitliche gesegnet.

Die Lösung des Problems ist relativ simpel: Einfach die Socken paarweise mit der Hand waschen oder einen Wäschebeutel benutzen.

Vielleicht, wenn ich Zeit habe, erfinde ich eine Sockensuchmaschine. Bis dahin wird es ein ungelöstes Phänomen bleiben.

Das Sandalen-Socken-Phänomen

Letzte Woche habe ich sie wieder gesehen, die Herren jenseits der 60, mit Sandalen, kurzen Hosen und weißen bzw. hellbraunen Socken, welche bis zur halben Wade hochgezogen waren.

Warum schmerzt dem Normalbürger dieser Anblick? Es soll das ja eine modische Todsünde sein, wenn Männer Socken in Sandalen tragen. Die Frage ist, warum tun diese Männer das? Um den Frauen zu gefallen? Weil die Frauen den Männern die Sachen rauslegen? Weil die Männer nicht ihre ungepflegten, verhornten Füße zeigen wollen? Diesem Phänomen werden wir wohl nicht so schnell auf die Schliche kommen. Aussterben wird diese Spezies auch nicht, denn diese modischen Entgleisungen werden vererbt. Ich habe auch schon jüngere Männer mit der Sandalen-Socken-Kombination gesehen. Leider.

Blickt man weit zurück, so haben die alten Römern, welche damals auf der britischen Insel landeten, bereits Strümpfe in ihren Sandalen getragen. Das hing aber damit zusammen, dass sie warme Füße haben wollten, weil es in Britannien wesentlich kälter war als zu Hause im Mittelmeerraum. Aber warum dies in die Neuzeit retten, zumal heutzutage Sandalen in der Regel nur im Hochsommer getragen werden?

Männer sollten ihre Füße pflegen, sich ein wenig mehr Selbstbewusstsein zulegen, sich von den Frauen nichts vorschreiben lassen und einfach FlipFlops oder Trekkingsandalen tragen, ohne Strümpfe versteht sich. Barfuß wäre auch eine Alternative. Wer unbedingt seine Füße nicht zeigen will, zieht eben Sneaker bzw. Turnschuhe mit Füßlingen (Sneakersocken) an. Oder sie gehen mit der Mode und schlüpfen in geblümte Gummistiefel, darin sieht man wenigstens die weißen Socken nicht.