sommerwiese

Sommerwiesentraum.

Bäuchlings lassen wir uns auf die Sommerwiese fallen, hören das friedliche Gesumm und Gebrumm, riechen Schafgarbe, den Klee, das Gras. Die zitternden Gräser schlagen über uns zusammen. Der blaue Rittersporn hält Wache, das Johanniskraut und der Ginster leuchten gelb bis in die lichtgrüne Nacht hinein.

Sie stützt ihre Arme auf und beobachtet einen Marienkäfer auf einem schwankendem Halm. Ich schaue eine Weile zu und dann übermannt mich die Müdigkeit und ich schlafe ein. Ich fliege über die Wiese. Immer höher und immer schneller. Am Anfang sehe ich noch die vielen bunten Farbtupfer der Blumen und Sträucher. Bald nur noch einen grünen Fleck. Es geht immer höher und höher. Mir wird langsam kalt. Ich bekomme Angst.

Plötzlich holt mich etwas Unbekanntes aus diesem Albtraum. Sie hat einen Grashalm auf meiner Nase tanzen lassen: “…sechs, sieben schwarze Punkte hat der Käfer. Man könnte denken, es ist der vom vergangenen Jahr. Ein Punkt ist dazugewachsen, so wie der Jahresring für den Baum.” Wir sehen uns an und prusten los.

Um uns ist wieder der lichtgrüne Sommertag mit Rittersporn, Ginster, Johanniskraut und hundertdrei verschiedenen Gräsern.

Oktoberfrost.

Gerade einmal zwei Wochen ist der schwüle Altweibersommer vorbei, da kommt der Herbst mit mit viel zu großen Schritten auf uns zu. Heute Nacht kam der erste Frost, welcher im Garten vielen Pflanzen den Erfrierungstod brachte. Welk, aber mit einem filigranen Rauhreiffilm umhüllt, liegen die großen Zucchiniblätter auf der Erde darnieder. Einige winterharte Blumen trotzten dem Kälteanschlag und haben überlebt.

Kaum ist die Nacht vorüber, drängelt sich die Sonne in den Tag und lässt die Rauhreifwiesen wie große, mit Puderzucker bestäubte, Kuchenbleche erscheinen. Draußen ist es noch immer still und eisigkalt. Nun haben wir die Gewissheit, dass sich der Sommer für dieses Jahr endgültig verabschiedet hat.

Die Natur nach dem Nachtfrost in Bildern: Klick!